Christen sind Fremde in ihrem Lebensumfeld

Noch nie hat sich die Christenheit so sehr danach gesehnt, der Welt angepasst zu leben. Doch Christen sind Fremde! In diesem Artikel möchte ich meine Geschwister dazu ermutigen, zur Andersartigkeit zu stehen!

Viele Christen sollten mehr Farbe bekennen. [Bild von Pixabay, public domain]

1. Einheimische Fremde

Auf den Gedanken der Christen als Fremde bin ich aktuell durch 1. Petrus 1,1 gekommen. Petrus schreibt seinen Brief an gläubig gewordene Heiden in den Provinzen Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien. Doch obwohl sie in ihrer Heimat leben, nennt er sie Fremde.

Das muss auffallen: Ein Fremder ist jemand, der aus dem Ausland in eine fremde Stadt oder in ein fremdes Land kommt, und sich an diesem fremden Ort aufhält. Aber die Adressaten lebten ja in ihrem Heimatland! Das Wort „Fremde“ führt eine entscheidende Idee in den Brief ein. Nämlich, dass das Volk Gottes eine andere Identität erhalten hat. Nicht nur ihre wahre Heimat hat sich verändert, sondern auch ihre Persönlichkeit!

2. Die Andersartigkeit der Fremden

Die Fremdheit steht mit der geistlichen Wiedergeburt in Zusammenhang. Geistlich lebendige Christen haben dadurch eine ganz andere Hoffnung und Freude (1,3-9). In 1. Petrus 1,14 greift Petrus den Gedanken der Kindschaft und Andersartigkeit wieder auf und fordert die Gläubigen auf, sich vom früheren Lebensstil zu entfernen. Sie sollen nicht mehr alles tun, worauf sie Lust haben, weil sie nun zu Gott gehören (1,15-16). Dieser Gedanke wird in 2,11 nochmal verstärkt:

Ihr wisst, liebe Geschwister, dass ihr in dieser Welt nur Ausländer und Fremde seid. Deshalb ermahne ich euch: Gebt den Leidenschaften eurer eigenen Natur nicht nach, denn sie kämpft gegen euch.

1. Petrus 2,11

Ist der Wunsch, alles zu tun, was man will, auch in der Christenheit völlige Normalität? Anstatt nach Heiligung zu streben, ist Anpassung das Ziel vieler Christen.

Unmittelbar danach ermahnt Paulus die Gläubigen sich durch Gottesfurcht auszuzeichnen, solange sie „in der Fremde leben“ (1,17). Das bedeutet praktisch eine ganz andere Gottesbeziehung zu führen, als unsere Mitmenschen. Gerade Ehrfurcht vor Gott ist m.E. eine der größten blinden Flecken der westlichen Christenheit. Niemand möchte etwas vom zu fürchtenden und strafenden Gott hören. Aber Christen sollten diesbezüglich anders sein.

Ein letzter Gedanke (es gibt noch viele weitere) zum Thema „Christen sind Fremde“ aus dem 1. Petrusbrief:

Das befremdet sie, dass ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm, und darum lästern sie.

1. Petrus 4,4

Jeder Christ, der allein in der Verwandtschaft oder am Arbeitsplatz ist, müsste etwas von diesem Fremd-sein spüren. Die normale Verdorbenheit der Mitmenschen kann das Licht-sein nicht ertragen. Das Anders-sein fällt auf und wird nicht immer positiv bewertet.

Christen sind Fremde.

3. Stolz ein Fremder zu sein

Da ich in Kasachstan geboren wurde, weiß ich was Fremdsein in Deutschland bedeutet. Es ist manchmal eine unangenehme Erfahrung, weil man dazugehören und nicht ausgegrenzt werden möchte. Ich wollte teilweie das, was mich auszeichnet aufgeben, aber das ging nicht.

Mit den Jahren habe ich gelernt, dass mein Fremdsein auch einige Stärken hat. Ich sehe die Schwächen meiner russlanddeutschen Prägung, aber auch die Vorzüge. Ich bin mittlerweile glücklich darüber, Russlanddeutscher zu sein 😉

Ganz ähnlich kann es uns auch als Christen gehen. Wir können Phasen haben, in denen wir uns am Liebsten nicht von anderen unterscheiden. Aber mit der geistlichen Reife lernt man auch, warum wir uns von anderen unterscheiden sollten und stehen dazu – auch wenn es uns immer noch schwer fallen kann.

Christen sind Fremde
Pixabay, public domain

4. Worin unterscheiden wir uns?

Wenn Christen Fremde sind, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir uns entsprechend Gottes Willen von unserem Mitmenschen unterscheiden. Das müsste nicht nur an dem Besuch von bestimmten Gemeindeveranstaltungen sichtbar werden.

  • Haben wir aufgrund eines neuen geistlichen Lebens unbeschreibliche Hoffnung und Freude?
  • Streben wir danach Gott zu gefallen oder nach eigener Anerkennung und Ehre?
  • Haben wir Gottesfurcht? Wie sieht unsere Gottesbeziehung aus?
  • Wodurch fallen wir in unserem Umfeld auf?

Fremdsein ist nicht einfach. Aber wenn Fremdsein Gott ehrt, dann sollten wir es wagen. Wer Gott liebt, wird durch sein Anderssein auffallen und schnell Fremdsein. Ansonsten können wir schnell Fremde für Gott werden.

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