Judas Iskariot – Teil 6: Warum wollte der Teufel, dass Judas Jesus verrät?

Warum wollte der Teufel, dass Judas Jesus verrät? Warum trieb Satan Judas Iskariot zum Verrat? Hatte der Teufel nicht versucht Jesus vom Leiden und Sterben abzuhalten?

Giotto di Bondone, 13th century, wikimedia commons, freie Verwendung

1. Der Teufel wollte Jesus Leiden und Sterben verhindern

Beim Lesen der Evangelien sieht es zunächst danach aus, dass es die Absicht des Teufels war, Jesus von seinem Weg zum Kreuz abzubringen:

Von Geburt an, wird er verfolgt – er sollte getötet werden. Bei der Versuchung in der Wüste (Matthäus 4,1-11) will der Teufel Jesus vom Weg des Leidens abbringen. Jesus soll seine Macht missbrauchen oder durch Teufelsanbetung diese Welt erhalten.

Hinter all diesen Versuchungen steht der Gedanke: „Geh nicht den Weg des Leidens und der Opfer und des Todes. Nutze deine Macht, dem Leid zu entkommen. Wenn du der Sohn Gottes bist, zeige deinen Herrschaftsanspruch. Und ich kann dir helfen, das zu erlangen. Was immer du tust, gehe nicht ans Kreuz.“

Quelle: Judas Iskariot, der Selbstmord des Teufels und die Erlösung der Welt

Das Volk will ihn mehrfach zum „Brotkönig“ machen, aber Jesus lässt es nicht zu. Auch in Matthäus 16,21-23 wird deutlich, dass es im Sinne des Teufels ist, dass Jesus nicht leidet und stirbt. Jesus kündigt an, dass er durch die Ältesten und die Hohenpriester viel erleiden würde und getötet werde. Als Petrus sich gegen diesen Weg wendet, rügt Jesus ihn:

»Geh weg von mir, Satan! Du willst mich zu Fall bringen. Was du denkst, kommt nicht von Gott, sondern ist menschlich!«

Matthäus 16,23

Jesus zu hindern ans Kreuz zu gehen, war das Werk Satans. Satan wollte nicht, dass Jesus gekreuzigt wird. Es wäre sein Verhängnis.

2. Die Veränderung der Strategie des Teufels

Doch in Lukas 22,1-4 lesen wir plötzlich:

Es war aber nahe das Fest der Ungesäuerten Brote, das Passa heißt. Und die Hohenpriester und Schriftgelehrten trachteten danach, wie sie ihn töten könnten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Es fuhr aber der Satan in Judas, genannt Iskariot, der zur Zahl der Zwölf gehörte. Und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und mit den Hauptleuten darüber, wie er ihn an sie verraten könnte.

Aus dem Text stellt sich die Frage: Warum wollte der Teufel, dass Judas Jesus verrät? Judas Motive und warum Judas Verrat für die Verhaftung notwendig war, haben wir bereits betrachtet. Aber warum trieb der Teufel Judas Iskariot zum Verrat?

Warum die Kehrtwendung? Warum versucht Satan ihn vorher vom Kreuz abzuhalten und ergreift dann die Initiative, um ihn an eben jenes Kreuz zu bringen?

Satan sah, dass seine Anstrengungen Jesus vom Kreuz abzuhalten fehlschlugen. Jedes Mal behielt Jesus den Kurs. Jesus war fest entschlossen zu sterben (Lk 9,51,53), und Satan zog daraus den Schluss, dass er ihn nicht stoppen konnte. Daher beschloss er: Wenn er ihn schon nicht aufhalten konnte, würde er es zumindest so unangenehm und schmerzhaft und so herzzerreißend wie möglich gestalten. Wenn schon Tod, dann Tod durch Verrat. Tod durch Verlassen. Tod durch Verleugnung (Lk 22,31-34). Tod durch Folter. Wenn er es nicht aufhalten konnte, würde er doch andere hineinziehen und soviel Schaden wie möglich anrichten. Es war eine spektakuläre Abfolge von Sünden, die Jesus ans Kreuz brachten.“

Quelle: Judas Iskariot, der Selbstmord des Teufels und die Erlösung der Welt

3. Welche Taktik verfolgt der Teufel in deinem Leben?

Der Teufel kann sowohl durch Erfolg, Reichtum und Wohlstand, als auch durch Leiden, Rückschläge und Verfolgung zu seinem Ziel kommen. Wenn es den Menschen gut geht, dann können sie Gott leicht vergessen und falsche Wege einschlagen. Genauso können auch die Leiden und Nöte Gründe für die Menschen sein, sich von Gott abzuwenden, um „einfachere“ oder „falsche“ Wege zu gehen.

Um zweierlei bitte ich dich; schenke es mir, solange ich am Leben bin: Falschheit und Lügenwort halte mir fern! Armut und Reichtum gib mir bitte nicht! Lass mich das Brot, das ich brauche, genießen, damit ich nicht satt dich verleugne und sage: „Wer ist denn Jahwe?“ und auch nicht verarmt anfange zu stehlen und mich vergreife am Namen Jahwes.

Sprüche 30,7-9 (NEÜ)

Dem Teufel ist es gleich, warum Menschen sich von Gott abwenden und Jesus nicht (mehr) vertrauen.

Spannend wird es, wenn wir uns fragen, wie der Teufel uns momentan versucht, uns von unserer hingegebenen Liebe zu Jesus abzubringen. Oder hat er schon geschafft? Frage dich selbst: Welche Prüfung erlebst du zur Zeit? Ist dein Leben gerade gesegnet und schön oder sehr herausfordernd und schwierig? Halte dir Jesus vor Augen! Richte deine Liebe auf ihn aus und setz deine Hoffnung allein auf ihn!

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Das Beitragsbild ist aus Read’n Grow Picture Bible Illustrations (Biblical illustrations by Jim Padgett, courtesy of Sweet Publishing, Ft. Worth, TX, and Gospel Light, Ventura, CA. Copyright 1984.), under new license, CC-BY-SA 3.0. Gefunden bei wikimedia commons (Direktlink).

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1 Antwort

  1. Danke für diesen Beitrag! Der kam für mich gerade zur rechten Zeit, um zu merken, dass jemand gerade versucht, mich von meinem persönlichen Weg zum Kreuz abzubringen! Es ist manchmal echt hart, den schwierigeren Weg zu nehmen, aber dennoch können wir uns auf die Überzeugung stützen, dass Gott inmitten unserer Kämpfe immer der Sieger ist, zu jeder Zeit! Wie sonst hätte Jesus sich „guten Gewissens“ in die Hände seiner Feinde geben können?! Das war wohl der stärkste Beweis dafür, dass er wirklich Gott war und wusste, was sein Vater im Himmel vorhatte!

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